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ECFR-Studie: Deutsche Jugendliche sind überraschend konservativ und ohne Vision für Europa

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Heute wirbt der französische Präsident Emmanuel Macron in Berlin wieder einmal um Unterstützung für seine Europa-Vision und für Vorschläge zur Zukunft der Europäischen Union. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass große Reformideen von jungen Deutschen kommen werden. Dieser Bericht des European Council on Foreign Relations (ECFR) kommt zum Ergebnis, dass die deutschen Millenials, also die nach 1980 Geborenen, keine ehrgeizigen Vorschläge haben oder unterstützen.

Umfragen und Interviews für die Studie „The Young and the Restful: Why German Youth Have No Vision for Europe” zeigen, dass junge Menschen in Deutschland überraschend konservativ sind und nicht viel am gegenwärtigen Zustand der EU ändern wollen, sagt Ulrike Franke, Autorin des Berichts und ECFR Policy Fellow. Deutsche im Alter zwischen 18 und 29 Jahren haben eine stereotype deutsche Auffassung von Europa- und Außenpolitik: sie sind reserviert gegenüber allem, was mit dem Militär zu tun hat, und bevorzugen Entscheidungen, die die gesamte EU gemeinsam trifft anstelle von Vorstößen kleinerer Gruppen der Mitgliedsstaaten.

Wie würde die europäische Außenpolitik Deutschlands aussehen, wenn sie von der Jugend bestimmt würde?

Deutsche zwischen 18 und 29 Jahren befürworten Deutschlands Führungsrolle in der EU. 48 Prozent der Befragten glauben, dass das Land hier eine gute Balance erreicht hat und 39 Prozent sind der Meinung, dass die Bundesregierung auf der europäischen Bühne noch selbstbewusster auftreten sollte.

Auch das deutsche Engagement in internationalen Krisen sehen junge Deutsche relativ positiv - tatsächlich sind die 18- bis 29-Jährigen die einzige Altersgruppe, in der sich die Mehrheit für mehr Engagement in der Außenpolitik ausspricht; dies umfasst jedoch nicht militärische Einsätze.

Einer der auffälligsten Unterschiede zwischen deutschen Millenials und anderen Altersgruppen ist, wie wenig Bedeutung die Jungen der deutsch-französischen Freundschaft beimessen. Während 53 Prozent aller Deutschen Frankreich als wichtigsten außenpolitischen Partner ansehen, sind es nur 31 Prozent der 18- bis 29-Jährigen.

Studienautorin Ulrike Franke sagt: "Gerade junge Deutsche werden keine visionäre neue europäische Politik entwickeln. Ihr Fokus liegt darauf, das Erreichte zu sichern und nicht etwas Neues zu schaffen. Wir müssen die Debatte über die deutsche Vision für Europa vor den Europawahlen 2019 wieder aufleben zu lassen."

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